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Projekt Madeira 3.

Umzug nach Madeira


Der Verkauf des Hauses verlief also ziemlich schnell, und wir waren sehr erleichtert. Aber hier begannen die Schwierigkeiten. Unser Flugticket war für den 19. Februar gebucht, was bedeutete, dass wir insgesamt 4 Wochen Zeit hatten, um alles zu erledigen.


Zuerst musste man eine Umzugsfirma finden, die einen Umzug über das Meer in so kurzer Zeit übernehmen konnte. Das war nicht einfach. Im Wesentlichen gab es zwei Firmen, die es übernehmen konnten. Eine war eine bekannte deutsche Umzugsfirma aus Hamburg, die unseren Container auf ein Schiff in Hamburg verladen und nach Madeira bringen würde. Klingt nicht schlecht, oder? Die andere war eine unbekannte, relativ neue Firma, die sich später als halb ukrainisch und halb griechisch herausstellte. Sie würden unsere Sachen in Hamburg auf einen LKW laden und mit diesem und unserem Auto nach Lissabon fahren. Dort würden sie sie in einen Container umladen, nach Madeira verschiffen und dann mit einem anderen LKW an die angegebene Adresse liefern.


Nicht gerade nett, oder? ABER! Die Hamburger Firma rechnet mit einer Lieferzeit von 8 Wochen, die andere dagegen mit nur 2 Wochen, inklusive alle hin und her. Das ist wichtig, weil wir alle unsere Sachen mitnehmen, also müssen wir eine leere Wohnung langfristig mieten. Aber für die Zeit, in der unsere Sachen unterwegs sind (2-8 Wochen), müssen wir eine möblierte Wohnung oder ein Haus mieten. Diese sind aber wesentlich teurer.


Es ist nicht egal, ob man eine komplett eingerichtete Airbnb-Wohnung für 2 oder 8 Wochen mietet. Wir haben uns außerdem ein tolles Haus mit Pool für diese Wartezeit geplant, als eine Art Urlaub, denn solange der Container nicht ankommt, können wir sowieso nichts tun. Danach gibt es aber viel zu tun, also ist es besser, wenn man sich schön ausruht.


Die leere Wohnung musste man allerdings schon im Voraus buchen, denn es ist gut zu wissen, wohin man geht und die Umzugsfirma musste auch die Adresse schon im Voraus haben.


Also mussten wir für die Übergangszeit zwei Wohnungen mieten und so war es nicht egal, ob es 2 oder 8 Wochen dauerte... Ich habe das so ausführlich erklärt, weil mich sehr viele Leute immer wieder gefragt haben, warum wir am Anfang zwei Wohnungen mieten mussten. Nun, deshalb, weil wir eine leere Wohnung für die Langzeitmiete und eine eingerichtete Wohnung für die Kurzzeitmiete brauchten.


Natürlich haben wir wegen der kurzen Umzugszeit die kleine, unbekannte Firma gewählt. Tomi hat mehrmals mit dem Geschäftsführer gesprochen, der ihm sehr sympathisch war. Ich hatte mir Sorgen gemacht, dass sie keine Erfahrung mit solchen Umzügen haben, aber sie baten um mein Vertrauen, betrachteten uns als Herausforderung und gute Referenz. Da Tomi sich eindeutig für sie ausgesprochen hatte, habe ich mich auch ergeben.


Im Nachhinein kann ich sagen, dass es eine ausgezeichnete Entscheidung war. Sie haben alles auf höchstem Niveau geregelt. Wenn jemand interessiert ist, schreibt mir und ich gebe die Kontaktdaten. Wir werden mit Sicherheit nur noch mit ihnen umziehen, wenn es noch einmal dazu kommt.


In Hamburg tobte eine Sturmwarnung in der Umzugsnacht, aber trotzdem verlief alles reibungslos. Am Nachmittag kamen acht Leute mit Kartons, Bündeln und allerlei Verpackungsmaterial an. Sie packten die ganze Nacht und den ganzen nächsten Tag. Jedes Möbelstück wurde sorgfältig verpackt, um sicherzustellen, dass während des Transports auf dem Schiff oder beim Entladen im Hafen nichts beschädigt wird.


Wir gingen aus dem Haus und vertrauten ihnen alles an. Einerseits hätten wir sie nur gestört, andererseits wussten wir, dass sie wissen, was sie tun. Außerdem gäbe es ohnehin keinen Schlafplatz mehr, da sie auch die Betten eingewickelt und in den Container gepackt hatten.


Den Großteil der Arbeit hatte ich bereits erledigt. Ich hatte 2 Wochen lang aussortiert, Dinge verschenkt, verkauft oder weggeworfen. Im Haus befanden sich nur noch die Dinge, die wir mitnehmen wollten.


Wir übergaben die Schlüssel und gingen zu Freunden. Wir vereinbarten, uns auf Madeira zu treffen, und hofften, dass wir sowohl sie als auch unser Hab und Gut wiedersehen würden. Tomi sagte nur: "Mach dir keine Sorgen, das Wichtige wird im Flugzeug bei uns sein..." Am nächsten Tag sind wir gleichzeitig gestartet. Wir mit den beiden Kindern und den beiden Katzen wollten direkt nach Madeira fliegen, während sie nach Lissabon fuhren.


Unser Auto war 10 Tage später auf Madeira abholbereit, der Container mit unseren Sachen kam 2 Wochen später pünktlich an. Nicht ein Teller ist zerbrochen, nichts ist beschädigt worden, die Jungs waren echte Profis, sie haben auch den Auspacken erledigt, die Regale an die Wand geschraubt, die Möbel zusammengebaut, und sie hatten sogar noch etwas Zeit zum Schwimmen, bevor sie zurück nach Hamburg fuhren. Ein Erfolgsgeschichte.


So einfach kamen unsere Sachen von Hamburg nach Madeira. Aber was ist mit uns passiert? Wir haben es geschafft, unsere Sachen, die wir für die Zeit, bis der Container ankommt, für unverzichtbar hielten, in 12 Koffer zu packen. Plus zwei Katzen... Sorgen, wie sie den Flug vertragen, ob sie sich einpinkeln, oder Gott bewahre, ob sie sich einkackieren.


Egal, was kommt, nur 4 Stunden. Wir schaffen das. In Hamburg steigen wir ein, in Madeira aus. Easy-peasy. Was kann schon passieren? Wer hätte damals gedacht, wie viel alles passieren kann...


Zum Beispiel, dass das Flugzeug am falschen Ort landet...


Aber das ist eine neue Geschichte.


Küsschen und Umarmung, Abigel



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